rek 35jahre Rette ein Kinderleben e.V. hilft notleidenden Kindern nun schon seit 35 Jahren!
Daher bieten wir im Jubiläumsjahr neue Patenschaften für neue OnlinePaten für nur 35€/Monat an!



2018-08-24 - In eigener Sache: Wenn man zu gutmütig ist

In den letzten 4 Jahren hat sich bei Rette ein Kinderleben e.V. organisatorisch sehr viel verbessert.

Heute arbeiten wir sowohl im Limburger Büro wie auch in allen Heimen mit deutlicher Unterstützung durch EDV-Lösungen.
Cloud, Skype und E-Mail haben teure und langsame Dinge wie Aktenordner, FAX und Briefpost abgelöst.

Dazu kommen Optimierungen im Arbeitsablauf, die nicht zuletzt auch Zeit eingespart haben.

 

Während früher ein jedes Heim mindestens eine Heimleiterin und eine Assistentin hatte, so konnte auch hier eingespart werden.

Die Heime 109 in Jaboatão dos Guararapes-PE und 122 in Jaqueira-PE teilen sich nun eine Assistentin, die jeweils eine Hälfte des Monats in einem der beiden Heime verbringt.

 

So konnte also auch Personal eingespart werden, was zur Folge hatte, das nun mehr Geld für die Kinder und Familien ausgegeben wird.
Der Wert des monatlichen Einkaufscoupons, den die Patenkinder erhalten, konnte in den letzten 4 Jahren um ca. 80% erhöht werden! Oder auf Hochdeutsch: Weniger Verwaltungskosten und spürbar mehr von Ihrer Spende kommt an.

 

Jede Kündigung tut weh. Bei einer Entlassung eines Mitarbeiters in Brasilien versuchen wir daher sehr sozial vorzugehen.

Alle Kündigungen werden nur in der Form "Sem justa causa" ausgesprochen, damit ein Anspruch auch Arbeitslosengeld nicht verfällt.
Obwohl man so etwas wie Kündigungsfristen oder Abfindungen vor Ort nicht kennt, erhielten manche ehemalige Mitarbeiterinnen bis zu 2 Monatsgehälter als Zeichen der Dankbarkeit für die vielen Jahre in Form eines Gehaltsbonus ausgezahlt. Außerdem findet die Kündigung in aller Regel erst mit einem Monat Verzögerung statt, den die noch-Mitarbeiterin schon zu Hause verbringt. So geht man im Frieden und ohne Probleme außeinander.

 

Nun gab es zum ersten Mal eine unschöne Abweichung.

Wie auch in Deutschland, darf man natürlich eine Mitarbeiterin nicht aufgrund einer Schwangerschaft entlassen. Der ehemalige Präsident "Lula" hat dies in Brasilien eingeführt. Daher gehört zu jeder Entlassung zwingend auch ein Schwangerschaftstest.

 

Am 13.03.2018 wurde einer Mitarbeiterin vor Ort mitgeteilt, dass ihre Arbeit nun nicht mehr benötigt wird. Sie wurde freigestellt. Zu den Konditionen der Kündigung zählte ein freiwilliger Bonus in Höhe von 2 Gehältern im März und ein Ende des Arbeitsvertrages zum 2. Mai.
Die Mitarbeiterin fragte an, ob Sie ein Bett aus dem Heim bekommen können und dazu die Mikrowelle. Auch das wurde ihr gestattet.
Der Schwangerschaftstest am 25.04.18 war negativ und die Kündigung wurde somit am 2. Mai wirksam.

Einen Monat später, am 24.05.18, meldet sich die Ex-Mitarbeiterin bei unserer Administration: Sie sei schwanger, ca. 6. Woche.

Wir haben ein 2. Gutachten einer anderen Klinik angefordert und dies bestätigt, dass sie entsprechend schwanger ist.

 

Das bedeutet, dass Sie in den letzten Tagen des Monats, in dem sie (schon freigestellt) noch ein Gehalt bezog, schwanger wurde und dass wir die bereits erfolgte Kündigung der Mitarbeiterin wieder rückgängig machen mussten und ihr bis 2 Monate nach der Entbindung Gehalt bezahlen müssen...

Alle Versuche einer gütlichen Einigung verliefen im Sande, sie pocht auf Ihre gesetzlichen Rechte.

Das ist sehr ärgerlich. Wären wir ihr nicht so gutmütig entgegen gekommen, wäre die Entlassung, wie in Brasilien üblich,  schnell und hart abgelaufen. So zahlen wir nun monatelang Gehalt für jemanden, der nicht mehr für uns arbeitet, denn selbstverständlich kann diese Frau nicht mehr mit vertraulichen Daten in Berührung kommen.

 

Für die Zukunft heißt das: Bei Entlassungen keine freien Monate mehr, kein Bonus (Abfindung) mehr.
Ein gespendeter Euro kann nicht 2 Mal ausgegeben werden. Also muss dieses Gehalt irgendwo anders eingespart werden. Schließlich haben wir keine angehäuften Reichtümer sondern arbeiten "live" mit Ihren Spendengeldern.

Das alles ist, wegen unserer Gutmütigkeit, sehr ärgerlich verlaufen... 

 

 

2018-08-07 - In eigener Sache: Hitzefrei in Limburg

Aufgrund der derzeitigen, enormen Hitze müssen wir unser Büro in Limburg täglich schon ab 12:00Uhr wieder schließen, da die Temperaturen dann kaum noch auszuhalten sind.

Das Büro befindet sich in der obersten Etage unter dem Dach.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, wenn daher derzeit alles ein bisschen mehr Zeit benötigt.

 

2018-07-23 - In eigener Sache: Unsere Facebook-Seite wurde entfernt

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Betreiber von Facebook-Seiten für die Verarbeitung der Daten der Besucher der Facebook-Seite mit verantwortlich sind.

Da wir schlicht keine Ahnung- und insbesondere keine Kontrolle darüber haben, was Facebook mit Ihren Daten macht, die Sie beim Besuch unserer Facebook-Präsenz gewollt oder ungewollt hinterlassen, haben wir entschieden unsere gesamte Präsenz bei Facebook komplett zu löschen.

2018-06-25 Heim 101 - Motorradunfälle

Motorräder sind für den Nahverkehr unverzichtbar. Wo man sonst nur zu Fuß oder mit einem Pferd hinkommt, da bringt einen das "Mototaxi" für relativ wenig Geld auch hin. Diese Maschinen haben meist 125-180ccm . Für viele Jugendliche ist der Beruf des "Taxista", also des Fahrers eines (Moto-)Taxi ein Traumberuf, für den so mancher auch die Schule abbricht. Leider kommt es nicht selten zu Unfällen, denn die Straßen und erst recht die kleineren Wege sind schlecht. Die Wartung der Motorräder kostet Geld und wird möglicht weit hinausgezögert. Wegen der großen Hitze von meist über 35° tragen nicht alle einen Helm, auch wenn dieser vorgeschrieben ist.

 

Vor kurzem schickte die Heimleiterin Sandra ein Foto des Patenkindes 11352, welches nach einem schweren Motorradunfall in der Klinik liegt.

Sie hatte dabei schwere Abschürfungen erlitten, die Nase gebrochen und diverse weitere schwere Verletzungen, die nicht sofort sichtbar sind.

Rette ein Kinderleben e.V. hat hier als Soforthilfe einen Betrag bereitgestellt, damit die nötigen Untersuchungen schneller erfolgen und man Klarheit bekommt, was an inneren Verletzungen vorliegt.

 

Kaum war dieser Schock verdaut, kam heute eine weitere, sehr traurige Nachricht, ebenfalls aus dem Heim 101:

Bei einem anderen, schweren Motorradunfall starb heute Francinaldo Lima da Silva.

 

Francinaldo war überaus beliebt. Er hatte eine so freundliche und hilfbereite Art an sich, dass man gar nicht anders konnte, als ihn zu mögen.

Einmal kam eine Reisegruppe aus Deutschland in Triunfo an und nach der allgemeinen Begrüßung wollte man nach Hilfe fragen, um die Koffer ins Hotel zu tragen. Zu spät: Francinaldo hatte dies bereits erledigt.

Francinaldo hat beim Ausbau der oberen Etage im Heim 101 mitgeholfen, ebenso beim Dachdecken. Er stand am Grill, wenn es ein Fest gab und ohne zu fragen schleppte er schwere Dinge, egal ob Baumaterial oder Reste einer Feier. Er war immer von selbst da, wenn man ihn brauchte.

Sogar wenn ein Mädchen bei Ihrem Fest zum 15. Geburtstag keinen Begleiter fand: Francinaldo war zur Stelle.

Francinaldo hatte eine komplizierte Kindheit. Seine Mutter kommt mit der Welt nicht richtig klar. Er kam daher zur Mutter unserer Heimleiterin Sandra, die ihn als Pflegekind aufnahm.

16 Jahre lang war Francinaldo das Patenkind einer Berliner Familie. Vor 2 Wochen erst feierte er seinen 27. Geburtstag.

Wohl jeder, der bei Rette ein Kinderleben e.V. arbeitet, kannte Francinaldo. Wir sind alle, wirklich alle, erschüttert und sehr traurig.

26.06.2018: Die Aufbahrung fand unter großer Anteilnahme im Versammlungssaal des Heimes 101 statt. Eine Stunde später ging der Trauerzug zum Friedhof, wo Francinaldo viel zu früh seine letzte Ruhe fand.

 

2018-06-21 Heim 102 - Neue Schutzmauer

Igaci im Bundesstaat Alagoas. Bis vor kurzem noch eine friedliche, kleine Stadt, erlebt derzeit Bandenkriege, bewaffnete Überfälle und Morde auf offener Straße.

Die Polizei ist für diese Zustände nicht genügend ausgerüstet und schon gar nicht genug präsent. Sie erschießt zwar ab und zu einen der Räuber auf der Flucht, wie mir unsere Heimleiterin Elizabete berichtete, bekommt aber die Gesamtsituation nicht mehr richtig in den Griff.

Im letzten Jahr hatten wir einen Brandanschlag auf dieses Heim 102 und nun wurden auch noch unsere Mitarbeiterinnen in sozialen Netzwerken und ganz persönlich am Telefon bedroht.

Daher bekam nun auch das Heim 102 eine neue Schutzmauer. Unser bislang offener und einladender Eingang musste leider weichen.

Auch wenn es von dieser Eingangsfront aus nicht so wirkt: Unser Heim 102 ist von der Fläche her eines unserer größten Heime, denn es befindet sich hinter 2 Häusern in Reihe noch ein riesiger, ummauerter Platz, auf dem täglich Patenkinder sicher spielen können.

 

Ein Baum in einem Kübel und der Fahnenmast wurden beseitigt und die Arbeiten begannen. Anfangs fragt man sich nicht selten, ob das so denn auch was wird, aber das Ergebnis ist jedesmal besser als erwartet.

Aus der Erfahrung heraus, dass eine Mauer, trotz eines Anstrichs, schnell "untenherum" anfängt zu schimmeln, haben wir hier blaue Kacheln verklebt. Vom letztjährigen Neubau des "Galpão" (überdachter Versammlungsplatz) hatten wir noch ausreichend Kacheln in den deutschen Farben übrig, so dass unser Heim 102 nun zum absoluten Schmuckstück der Straße wurde. (...wie uns die Nachbarn und Mütter mehrfach berichteten):

 

Stromzähler, Briefkasten und Klingel mit Kamera funktionieren. Auch diese Patenkinder freuen sich.

 

2018-06-20 Vorübergehende Schließung von 5 Heimen

Sie kennen dies sicher von Ihrem Teppichhändler an der Ecke: Räumungsverkauf, alles muss raus! Und wenn Sie ein paar Wochen später wiederkommen ist es praktisch noch der gleiche Laden...

Bei Rette ein Kinderleben e.V. ist es kein Räumungsverkauf, aber eine Umgestaltung. Daher sind die Heime 109, 110, 112, 122 und 124 im Juli und August vorübergehend geschlossen. Die Symbole von Rette ein Kinderleben e.V. wurden schon, wie hier an der Mauer des Heimes 122 in Jaqueira-PE, entfernt:

 

Aus organisatorischen Gründen wird sich Rette ein Kinderleben e.V. in Brasilien in mehrere Teilbereiche aufteilen. Während die Grundstücke, Heime und natürlich auch die Patenkinder bei Rette ein Kinderleben e.V. verbleiben werden die Mitarbeiter nach und nach in eigenständige, brasilianische Vereine ausgegliedert.

So haben z.B. im April die Mitarbeiter des Heimes 127 einen eigenen, nicht Profit orientierten Verein namens Simja-SC gegründet und unsere Heimleiterin Eliane ist nun selbst 1. Vorsitzende.

Sra. Eliane und die bisherigen Mitarbeiter führen weiterhin die gleiche Tätigkeit im Heim aus, sind aber nun "ihr eigener Chef".

Die Mitarbeiterinnen der Heime 109, 110, 112, 122 und 124 sind zu Ende Juni 2018 entlassen und bleiben, aufgrund des saisonbedingten geringen Arbeitsaufkommens, im Juli und August zunächst 2 Monate arbeitslos.

Ab September werden sie dann von Simja-SC neu und zu den gleichen Konditionen wieder eingestellt.

(Den Patenkindern und ihren Familien wurden im Juni 2 Coupons ausgegeben, so dass diese ausreichend Lebensmittel für 2 Monate kaufen konnten.)

 

Die Trennung von Immobilien und Mitarbeitern ist ein Schritt um die Abhängigkeit von einer einzigen brasilianischen Steuernummer (CNPJ) zu beenden.

Bislang konnte die Banco do Brasil, wenn diese meinte, es würden irgendwelche Dokumente oder Informationen falsch sein oder fehlen, sämtliche Konten sperren, die zu einer CNPJ-Nummer gehören. Das kam durchaus schon vor und war sehr hinderlich.

Nun hat Simja-SC ein eigenes Konto bei einer anderen Bank und auch eine eigene CNPJ. Sämtliche Vereinsmitglieder von Simja-SC sind brasilianische Staatsbürger (und ehemalige ReK Patenkinder). Diese können bei Bedarf kurzfristig selbst vor Ort unterschreiben oder erklären was nötig ist. Es muss also nicht extra der erste oder zweite Vorsitzende aus Deutschland außerplanmäßig anreisen. Eine komplette Blockade ist nun nicht mehr möglich.

 Im Herbst wird ein weiterer SIMJA-Verein in Brasilien gegründet werden, um auch die restlichen Heime unter ein neues Dach zu bringen.

 

Rette ein Kinderleben e.V. bleibt weiterhin federführend, denn wie sagt man so schön: "Wer die Band bezahlt, bestimmt auch die Musik die sie spielt". Es bleibt, was die Patenkinder und deren Betreuung angeht, alles so wie es war. Für Sie als Paten ändert sich nicht das Geringste!

"Große Neueröffnung!" würde der obige Teppichhändler an die Schaufenster kleben. Wir zelebrieren das allerdings, wie hier beim Heim 127, deutlich stiller:

 

 

2018-06-18 Heim 127 - Wasserversorgung

Es tropfte, wo es nicht tropfen sollte. Der Wasserbehälter im Heim 127 war undicht geworden und lief langsam aus.

Wenn man jetzt noch weiß, wie prekär die Wasserversorgung im Hinterland von Pernambuco ist, dann musste hier schnell eine Lösung gefunden werden.

Insbesondere auch da der Behälter auf einer Betonkonstruktion steht, die durch die Sonne mürbe wurde.

 

Da es nicht jeden Tag Wasser aus der städtischen Versorgung gibt, manchmal sogar nur alle paar Wochen einmal, haben praktisch alle Häuser in der Stadt einen Wasserbehälter von meist 500-2000l auf dem Dach, der als Zwischenspeicher fungiert und außerdem durch die Höhe den nötigen Druck im hauseigenen Wassernetz aufbaut.

Ich habe entschieden, dass wir nun einen etwas größeren Wasserbehälter benutzen werden der, auf neu zu errichtenden Betonfüßen, vor der Sonne geschützt, unter einem Dach untergebracht wird. Um nicht allzuviel an den vorhandenen Anschlußleitungen ändern zu müssen, haben wir dazu einen Standort ca. 3m vom alten Wasserbehälter entfernt gewählt.

Eine bisherige Abstellkammer, die neben der ehemaligen Hundehütte liegt, war genau richtig für diesen Zweck. Der Boden wurde aufgehackt und Bewährungseisen wurden mit Beton zu Stützen für die neu einzuziehende Betondecke gegossen.

 

Zwar gibt es auch in Brasilien Betonmischmaschinen, in den großen Städten sogar fahrbare Betonmischer, aber im Hinterland geht es etwas rustikaler zu. Da wird einfach ein freier Platz auf dem Boden benutzt.

Der neue 5000l Wassertank wurde von der Straße über das Dach des Heimes gehievt um dann letztendlich an seinem neuen Standort anzukommen.

Währenddessen wurde neben der ehemaligen Hundehütte noch ein Loch in den Boden gegraben, vermauert und wasserdicht verputzt.

 

In diesem "Bodentank" kommt das Wasser von der Straße zunächst an und füllt diesen. Ist der Bodentank voll, schließt eine einfache Schwimmer-Konstruktion den Zulauf.

Der neue große Tank auf dem Dach hat ebenfalls einen Schwimmschalter. Dieser steuert eine Pumpe, die das Wasser aus dem Bodentank nach oben drückt. Fehlt oben Wasser, so wird dies also automatisch aus dem Bodentank nachgeliefert.

Das Dach über dem blauen Wassertank haben wir in einer einfachen Abdeckung mit "Brasilit" (Eternit) ausgeführt.

Nun kam der spannende Moment und das erste Wasser lief in den Bodentank.

Eine solch große Baustelle hatten wir lange nicht. Es war aber unvermeidbar und wir mussten ziemlich tief in die Tasche greifen.

Zum Glück hat das Heim einen Sponsor, nach dessen Mutter unser "Casa Anna" benannt ist. Er konnte mehr als die Hälfte der Kosten für uns aufbringen.

Rette ein Kinderleben e.V. sagt Danke!

 

Für alle anderen Sonderspenden, ob groß, ob klein, bedanken wir uns ebenfalls!

Und zur Erinnerung an dieser Stelle noch mal unsere Kontonummer:

 

Spendenkonto IBAN: DE85 5115 0018 0000 0007 78 und BIC: HELA DE F1 LIM

 

2018-05-07 Schulbildung in Brasilien

Der Sinn einer Patenschaft bei Rette ein Kinderleben e.V. ist nicht zuletzt der, dass Patenkinder durch Bildung eine Chance haben ihrer Armut, in die sie unschuldig hineingeboren wurden, zu entfliehen.

 

In den letzten Jahren hat sich in Brasilien im Bereich Bildung sehr viel zum Besseren entwickelt.

Das Schulsystem wurde seit 1996 entscheidend optimiert. Der Anteil der Analphabeten sinkt stetig.

 

Pre-Escola

Kleinkinder müssen zwingend ab dem 4. Lebensjahr in eine Vorschule gehen.

 

Ensino fundamental

Üblicherweise ab dem 6. Lebensjahr geht man 9 Jahre lang in die Schule, um eine Grundbildung zu erhalten, den Ensino fundamental.

 

Ensino médio

Meist ab dem 15-16 Lebensjahr besucht man für 3 Jahre eine weiterführende Schule um den Ensino médio zu erlangen.

 

Daran anschließend kann man eine sog. ENEM Prüfung machen. Wenn man diese gut besteht, darf man kostenlos studieren.

Besteht man die Prüfung nicht kann man diese wiederholen oder muss, falls man trotzdem studieren möchte, bei einer nicht staatlichen Schule ein Studium selbst bezahlen.

Berufsausbildungen im dualen System, wie bei uns üblich, kennt man in Brasilien natürlich nicht. Möchte man einen qualifizierten Beruf wie z.B. Krankenschwester erlernen, so muss man selbst für diese Ausbildung bezahlen.

 

 

In der Realität gibt es gerade im armen Nordosten von Brasilien viele Einschränkungen bei der Schulbildung.

Oft fehlen qualifizierte Lehrer, Fächer fallen monatelang aus, Streiks der Lehrer dauern mitunter wochenlang.

Im Ort Manaira, wo wir unser Haus 128 betreiben, gibt es derzeit gar keine Schule und dementsprechend keinen Unterricht...

 

Wir von Rette ein Kinderleben e.V. wollen mit unserer Hilfe da ansetzen, wo Hunger und Armut einer guten Schulbildung im Weg stehen.

Wer nichts zu Essen hat und mit Hunger im Bauch zur Schule geht, der wird es deutlich schwerer haben einen guten Schulabschluß zu erlangen.

Und ohne guten Schulabschluß sind die Chancen dem Kreis der Armut zu entkommen leider äußerst gering.

 

Im armen Hinterland leben viele Familien nicht in Städten oder Dörfern, sondern in entlegenen Siedlungen, den sog. Sítios.

Von dort ist es oft ein Fußmarsch von 1-2 Stunden um zur Schule zu kommen.

Daher betreiben wir eigene Kinderheime mit internen Kindern die dort wochentags leben.

Von dort aus ist es nur ein kurzer Weg in die Schule und bei Bedarf gibt es im Heim auch Nachhilfeunterricht.

Nicht zuletzt haben die Patenkinder in unseren Heimen ausreichend zu Essen, haben saubere Betten und auch ganz viel Spaß mit anderen Patenkindern.

An den Wochenenden gehen die Kinder meist zu den Eltern ins Sítio. 

 

2018-03-25 Eindrücke aus dem Nordosten von Brasilien

Nach vielen Monaten war ich im März 2018 wieder in Brasilien unterwegs, um in unseren Heimen nach dem Rechten zu sehen. Hier einige wenige Eindrücke meiner Reise:

Emanuely Luiza aus Olinda-PE hat noch keinen Paten. Ihre Familie ist bitterarm. Einen "Ernährer" gibt es nicht.

Die Mutter muss sehen, wie sie ihre 2 Töchter durchbringt. Hier ein Blick in die Küche der Wohnung, in der die Familie lebt, dahinter die Toilette:

Bei Regen steht die Wohnung unter Wasser. Der Gasherd funktioniert schon lange nicht mehr. Die Gasflaschen sind ohnehin für diese Familie viel zu teuer. (ca. 15€ für rund 4 Wochen) Daher wird vor dem Haus mit Holz auf einer primitiven Kontruktion gekocht. Außer Reis kommt kaum etwas anderes auf den Teller... 


 Etwa 50km entfernt, in Araçoiaba-PE lebt Maria Luiza mit Ihrer Mutter und 2 Geschwistern in sehr armen Verhältnissen. Auch Sie erhält bislang noch keine Hilfe von Rette ein Kinderleben e.V. da wir in dieser Jahrerszeit praktisch keine neuen Paten finden:

Auch das Wohnzimmer der Familie ist sehr einfach eingerichtet:


Ebenfalls in Araçoiaba-PE lebt Elayne Vitoria. Ebenfalls unter einfachsten Bedingungen, ebenfalls ohne Mann im Haus lebt die Mutter mit 6 Kindern in einem einfachen Haus, das zur Hälfte aus Lehm und zur anderen Hälfte aus guter Hoffnung (...dass es nicht zusammenbricht...) besteht. Auch sie hoffen, dass sie eines Tages Hilfe durch Rette ein Kinderleben erhalten können:

 


Rette ein Kinderleben e.V. hat derzeit rund 400 solcher Fälle auf der Warteliste. Ca. 150 davon erhalten als Geschenk, also ohne dass Sie einen Paten haben, einen halben Einkaufscoupon. Dies finanzieren wir durch allgemeine Spenden.

Bitte helfen Sie uns zu helfen.

Wir möchten, dass auch Emanuely Luiza, Maria Luiza und Elayne Vitoria ohne Hunger zur Schule gehen können, um durch Ausbildung eine Chance auf eine bessere Zukunft zu erhalten.

Dauerhaft können Sie diese Kinder durch eine Patenschaft unterstützen.

Aber auch einzelne Spenden helfen diesen Familien. Danke! 

 

Spendenkonto IBAN: DE85 5115 0018 0000 0007 78 und BIC: HELA DE F1 LIM

 

2018-03-24 Heim127 - Ansichten

Unser Heim 127 liegt in Santa Cruz a Baixa Verde-PE. Das liegt im Hinterland des Bundesstaates Pernambuco in der steppenähnlichen Region Sertão, die durch ca. 11 monatige Trockenheit gekennzeichnet ist.

Dieses Heim 127 betreut, neben rund 270 externen Kindern, auch in 4 Schlafsälen viele interne Kinder durch 24/7 Rundumbetreuung.

 

Alle Kinder haben einzelne Betten mit einer guten Matratze und einem Mücken/Fliegennetz darüber:

 

Verglichen mit der Situation die diese Kinder in ihrem zu Hause haben, erleben sie bei uns fast schon "Luxus". Nur ca. 5 km vom Heim entfernt besuchte ich in einem "Sítio" eine arme Familie und fand deren Sohn auf dem Sofa schlafend, inmitten dutzender Fliegen, die ihn immer wieder aufweckten.

 

In unseren Heimen mit internen Kindern gibt es täglich 4 Mahlzeiten mit wechselnder Speisekarte, bei der auch die Kinder mitbestimmen, welche Gerichte für sie gekocht werden:

 

Dazu gibt es natürlich viel "Spaß und Spiel". Aber auch Hausaufgabenbetreuung sowie Nachhilfeunterricht bieten wir an.

Das Heim 127 hat u.a. auch ein kleines "Planschbecken", sowie 2 Fernseher für die verschiedenen Altersgruppen:

Wenn Sie sich wirklich jemals fragen sollten, was mit Ihrem Geld passiert:

Diese Kinder müssen sich, Dank Ihrer Hilfe, keine Sorgen mehr um Ihre täglichen Mahlzeiten machen und können ausgeruht zur Schule gehen. Nur so können sie, durch gute Noten in der Schule, die Weichen für eine bessere Zukunft stellen.
Viele, viele Kinder die später studiert hatten und gute Arbeit erlangten bestätigen uns in dieser Arbeit.

 

Rette ein Kinderleben e.V. versucht seit nunmehr 35 Jahren alles erdenkliche, um diese Zukunft Real werden zu lassen.

 

Während die meisten anderen Hilfsorganisationen Geld in sinnlose, oft am Schreibtisch erdachte, Projekte stecken, die nicht selten auch noch "genderneutral und barrierefrei" sein müssen, so packen wir lieber direkt dort an, wo es dringend nötig ist. Dort, wo die Mutter nicht weiß, was sie ihren Kindern am nächsten Tag zu Essen geben soll...

 

Unsere Paten, Förderer und Spender geben uns die Möglichkeit zu helfen und diesen Kindern einen sorgenfreien Weg in eine bessere zukunft zu ermöglichen!

 

Danke für Ihre Spenden!

 


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2018-02-20 Heim 125 - Land unter

Unser Heim 125 in Princesa Isabel im Bundesstaat Paraíba hat, wie alle Bewohner der Region, jahrelang unter der Dürre gelitten. Etwa 11 Monate im Jahr ist nicht mit Regen zu rechnen und in den letzten Jahren war auch im Februar, also im Hochsommer wenn eine Art "Regenzeit" beginnt, kaum ein Tropfen gefallen, so dass die Stadt austrocknete.

Der Weitsicht des damaligen Präsidenten "Lula" ist es zu verdanken, dass, trotz erbitterter Proteste von Umweltschützern, der Bau von 2 Kanälen erfolgte, die Trinkwasser aus dem hunderte Kilomenter entfernten Rio São Francisco in die Sertão, also das Steppenähnliche Hinterland von Pernambuco, Paraíba und anderen Regionen, bringen.RFI2017 05 05 153728

Selbst Princesa Isabel profitiert davon, seit im Sommer 2017 endlich die letzten Wasserleitungsrohre, über ebenfalls hunderte Kilometer von diesem Kanal aus, bis in die Stadt fertig verlegt wurden. Das Weiße am unteren Bildrand ist übrigens kein Schmutz im Wasser sondern es sind Wolken, die sich spiegeln.

 

Und kaum ist die Wasserversorgung wieder relativ sicher, da fängt es in diesem Februar so gewaltig an zu regnen, dass ganze Landstriche unter Wasser standen, weil der ausgetrocknete Boden diese Wassermasse nicht in kurzer Zeit aufnehmen konnte. Die Energie die in diesem Regen steckt reichte auch aus, um diverse Dachziegel in unserem Heim zu zu verschieben. Und so lief literweise Wasser auf die abgehängte Decke unseres Büros, bis diese dann letzendlich stellenweise durchbrach.125nass cr

Der Computer, den das Heim gerade erst im November erhielt: Schrott. Der Scanner: eine Badewanne... Das Telefon sagt nur noch: Blubb Blubb. Diverse Dokumente: Nass und verklebt.

 

Auch im Heim 122 in Jaqueira-PE läuft bei Regen immer wieder Wasser ins Büro und vor allem auch im Wohnbereich in die Betten und die Couch und und und...

Daher hatten ich ohnehin schon einen Test mit einer anderen Dachbedeckung begonnen.

Die üblichen Dachziegel sind extrem einfach. Halbrunde Schalen die wechselseitig über- und untereinander gelegt werden. Dazu von sehr einfacher Qualität. Schimmel setzt sich auch sehr schnell fest.

Auf der Suche nach Alternativen kam ich auf Eternit. In Deutschland damals etwas in Verruf geraten, weil früher Asbest mit dem Zement und den Fasern vermischt wurde. Aber das ist heute nicht mehr so.

In Brasilien nennt man dies alles "Brasilit".

 

Als Testobjekt hatte ich schon vor 3 Wochen einen kleinen "Galpão" im Heim 125 ausgesucht. Das ist so ein überdachter kleiner Platz, unter dem die Kinder Ping-Pong, Tischfußball u.ä spielen. Auf dem Bild hinter den Mädchen zu sehen, die gerade eine kleine Theateraufführung üben. Da waren die Ziegel auch schon extrem angegriffen und mussten entfernt werden, bevor sie jemandem auf den Kopf fallen.125galpao crBrasilit (Eternit) sieht vielleicht nicht ganz so "schön" aus, aber es scheint eine kostengünstige und vor allem wirksame Lösung gegen die tropfenden Decken zu sein.

Ich werde dies in einigen Wochen vor Ort ansehen und mir die Erfahrungen der Heimleiterin berichten lassen. Eventuell wird dann auch ihr Büro und das Heim 122 je eine neue Abdeckung mit Brasilit erhalten.

 

Leider ist die Sonderspendenlage im Frühjahr extrem "ruhig", so dass es Monate dauern wird bis etwas Geld übrig ist und auch dies in Angriff genommen werden kann. Eine Sonderspende von Ihnen würde natürlich sehr dabei helfen, dies zeitnah durchzuzführen.

 

Spendenkonto IBAN: DE85 5115 0018 0000 0007 78 und BIC: HELA DE F1 LIM

Danke!

 

 

 

 

 

 

2018-01-14 Zuwendungsbestätigung für 2017

Wer spendet möchte Gutes tun.

Wer spendet möchte aber oft auch die Vorteile nutzen, die dies mit sich bringt: Steuerermäßigung.

 

Damit Sie in Ihrer Steuererklärung angeben können welchen Betrag Sie an Rette ein Kinderleben e.V. gespendet haben, erhalten Sie jährlich eine "Spendenquittung", die im Amtdeutsch "Zuwendungsbestätigung" heißt.

Wir erstellen eine solche "Sammelbestätigung" jeweils für ein Kalenderjahr. Wie alle großen Hilfsorganisationen benötigen wir für die manuelle Zusammenstellung und Prüfung ein wenig Zeit, so dass Sie Ihre persönliche Zuwendungsbestätigung in aller Regel bis Ende Januar erhalten.

 

Sie haben grundsätzlich Zeit bis Ende Mai um Ihre Steuererklärung einzureichen.

Die Finanzämter bieten Ihnen übrigens mit dem kostenlosen ELSTER (www.elster.de) eine wunderbar einfache Möglichkeit an, Ihre Steuererklärung online auszufüllen, automatisch zu überprüfen und einzureichen.

Wenn Sie statt dessen für viel Geld einen Steuerberater beauftragen bleiben Ihnen sogar noch weitere 7 Monate bis zum Ende des Jahres.

 

Aber Achtung: Das Finanzamt will von Ihnen KEINE Belege mehr mitgeschickt haben!

Das bedeutet in der Praxis, dass Sie Ihre von uns erhaltene Zuwendungsbestätigung NICHT an das Finanzamt schicken!

 

Sie sind aber statt dessen nun gesetzlich verpflichtet die Zuwendungsbestätigung bis zu einem Jahr nach Erteilung des Steuerbescheides aufzubewahren.

 

Die Zuwendungsbestätigung dient Ihnen also lediglich noch dazu den Gesamtbetrag Ihrer Spenden im Mantelbogen, Seite 2, Nr. 45 einzutragen.

 

Erstmalig ist es vom Bundesfinanzministerium ab diesem Jahr erlaubt worden, dass Zuwendungsbestätigungen auch per E-Mail verschickt werden können. Bislang war ausschließlich die Schriftform zulässig. Da unsere Zuwendungsbestätigungen 2-seitig bedruckt sind schicken diese aber weiterhin und grundsätzlich per Briefpost.

 

Eine "elektronische Zuwendungsbestätigung" können und werden wir auf absehbare Zeit NICHT automatisch an das Finanzamt übermitteln, da wir dazu Ihre persönliche STEUER-ID benötigen. Dieses Verfahren ist aber ohnehin optional und wir bleiben lieber beim bewährten Brief-Verfahren.

 

Seit Montag, 22.01.2018 werden die Zuwendungsbestätigungen nun von uns an Sie verschickt.

 

Sollten Sie Ende Februar immer noch keine Zuwendungsbestätigung von uns erhalten haben, so ist irgendwas ungewöhliches passiert. In diesem Fall rufen Sie einfach bei uns an und wir bringen das in Ordnung -> 06431 / 22709

 

2017-12-22 Glückliche Kinder zu Weihnachten

Auch in diesem Jahr haben unsere Mitarbeiterinnen in Brasilien unmögliches möglich gemacht, damit Ihre Weihnachtsspenden noch rechtzeitig ankommen. Zunächst hatten die Heime, wie an jedem Monatsanfang, die "Donativo-Liste" (Spendenliste) erhalten, in der alle Spenden aufgelistet waren, die im Vormonat (in diesem Fall November) bei uns eingegangen sind.

Aber wegen der vielen Sonderspenden zu Weihnachten bekamen die Heime eine zusätzliche Liste 2017-13, in der alle Spenden aufgelistet waren, die noch bis Mitte Dezember bei uns eintrafen.

Hier ein Bespiel aus dem Heim101 in Triunfo-PE, wie eine solche (ReK-interne) Liste aussieht:entfernt

 

Da alle unsere Heime, wie auch unser Büro in Limburg, über die Microsoft Cloud "OneDrive" miteinander verbunden sind, können wir heute innerhalb von Sekunden Informationen wie solche Listen transferieren. Noch bis Ende 2014 musste das per Briefpost verschickt werden, was jeweils mehrere Wochen gedauert hat.

 

Während eine Donativo-Liste z.B. im Februar, meist nur 5-10 Einträge hat, so kamen nun pro Heim Listen mit jeweils dutzenden von Einträgen in Brasilien an. Das bedeutete in der Praxis: In dem ohnehin schon "kurzen" Monat Dezember (1. bis 22.12.) musste nun zusätzlich eine große Menge von Familien benachrichtigt werden, die Spenden ausgegeben werden, die Spenden per Foto dokumentiert werden usw.

Zusätzlich haben die Mitarbeiterinnen von Rette ein Kinderleben e.V. die ebenfalls enormen Mengen an "Patenpost" überbracht.

 

Das alles hat wieder sehr gut funktioniert und praktisch alle Heime haben zurückgemeldet, dass sie sämtliche Donativos augeben konnten.

Insbesondere bei Spenden an EX-Patenkinder, die teilweise schon seit über 10 Jahren nicht mehr vom Paten und über das Heim versorgt werden, ist es manchmal nur über "5 Ecken" möglich einen Kontakt herzustellen.

 

Was kann es schöneres geben, als zu Weihnachten in die Gesichter von glücklichen Kindern zu sehen.ReK127 2017 12 19 142911

Danke dass Sie Ihre Patenkinder unterstützen. Danke für Ihre Sonderspenden!

 

P.S.

Spenden die uns nach dem 15.12. erreichten werden ab Januar ausgegeben.

Die Dankesbriefe für die Spenden werden ebenfalls erst ab Januar geschrieben, da die Heime nun erstmal "Weihnachtsferien" haben. Alle Schulen haben bis Ende Januar große Ferien und die Kinder sind nun bei Ihren Familien.

2017-12-12 Heim 125 - Weihnachtsüberraschung für die CSA Familien

Jeden Tag kommen Familien in unsere Heime und Stützpunkte und fragen nach Hilfe durch Rette ein Kinderleben e.V.

Wir registrieren diese Familien, machen Fotos und hoffen eines Tages auch für Sie einen Paten zu finden.

Die Kinder dieser Familien werden bei uns "CSA" genannt - "Criança sem ajuda" - Kind ohne Hilfe

Je nach Eingang von allgemeinen Spenden an den Verein können wir einigen dieser Familien zumindest einen halben Einkaufscoupon geben.

So erhielten im letzten Jahr von über 400 wartenden Familien knapp 180 regelmäßig einen solchen halben Coupon. (Projekt CSP - Siehe weiter unten)

Die anderen gehen leider noch leer aus.

Zum Weihnachtsfest 2017 erhalten nun alle registrierten CSA Familien von uns ein besonderes Weihnachtsgeschenk:

Einen einmaligen Einkaufscoupon in Höhe von R$100 (derzeit rund 25€) Das ist natürlich weniger, als Patenkinder erhalten, aber es lag uns besonders am Herzen, dass auch diese Kinder zu Weihnachten einmal ausreichend Essen zu Hause haben.

Hier links im Bild die Heimleiterin Sra. Aparecida zusammen mit CSA Familien in der Stadt Princesa Isabel-PB.ReK125 2017 12 12 083918Bei der Couponausgabe muss natürlich der Empfang des Geschenks quittiert werden, denn unsere Kassenbücher werden regelmäßig vom Finanzamt überprüft. Da muss immer alles stimmen.ReK125 2017 12 12 085732

Mit dem Coupon gehen die Familien dann in einen von uns ausgesuchten Supermarkt, der die nötigen Grundnahrungsmittel in ausreichender Menge auf Lager hat: Reis, Bohnen, Mehl, Zucker usw. Und für die Kinder gab es jeweils auch noch ein paar Kekse.ReK125 2017 12 12 092434

Eine solche, außerordentliche Hilfsaktion können wir nur ganz selten durchführen. Dazu benötigen wir allgemeine Spenden an den Verein. Bitte bedenken Sie immer: Hinter jeder Spende steht ein Kind, das davon zu Essen erhält! 

 

Unser Spendenkonto: IBAN: DE85 5115 0018 0000 0007 78 und BIC HELA DE F1 LIM

 

Danke!

2017-12-04 Sonderspende zu Weihnachten

Wie schon vor 2 Monaten an dieser Stelle angekündigt: Es ist es ist allerhöchste Zeit an Ihre Sonderspenden zum Weihnachtsfest zu denken!

Natürlich ist niemand gezwungen extra etwas zu spenden, aber die allermeisten Paten möchten Ihren Patenkindern gerne etwas besonderes zum Fest zukommen lassen.

Schieben Sie es bitte nicht zu lange auf, denn nun wird es zeitlich langsam knapp.

 

Alle Sonderspenden, die bis Ende November bei uns eingegangen sind, haben wir bereits nach Brasilien gemeldet. Diese kommen sicher noch vor dem Fest an.

 

Für Spenden die uns bis zum 15.12.2017 ereichen werden wir eine 2. Liste nach Brasilien schicken.

Besonders schnell funktioniert natürlich die Spendenmöglichkeit über unsere Webseite. So erhalten wir im selbem Moment, in dem Sie Ihre Spende abschicken, schon die Ankündigung darüber und können diesen Betrag sofort auf die Transferliste setzen.

 

Spenden die uns erst ab der 2. Dezemberhälfte erreichen können erst im Januar übergeben werden.

Unser Spendenkonto: DE85 5115 0018 0000 0007 78

 

Wie Sie sicher aus Erfahrung wissen, wird bei uns jede Sonderspende per Brief und Foto bestätigt.

So können Sie immer nachvollziehen, was von Ihrer Spende gekauft wurde.ReK127 2017 02 09 144640 DE137 FP cr

An diesem Tag Anfang des Jahres 2017 war ich zufällig gerade im Heim 127, als Jessica (80102) Ihre von der Sonderspende gekauften Dinge zum Fotografieren auslegte. Als "Fotobombe" habe ich mich einfach mal aus Spaß daneben gesetzt.

 

Ein frohes Fest, Gesundheit und ein gutes neues Jahr wünscht Ihnen

 

Ralf Fitzner

1. Vorsitzender

Rette ein Kinderleben e.V.

 

 

2017-11-21 Heim 102 - Müll einsammeln und Badetag

Die Heimleiterin Elizabete des Hauses 102 in Igaci im Bundesstaat Alagoas ging mit einigen Patenkindern zum Müll sammeln an einen der in der Nähe der Stadt liegenden Seen.ReK102 2017 11 06 081735

Ich sage immer aus Spaß, "in Brasilien ist die Schwerkraft viel größer als in Europa", denn dem Durchschnittsbrasilianer fällt sein Müll immer gleich an Ort und Stelle aus der Hand. Es muss zu schwer sein seinen Müll in einen Mülleimer zu werfen...

Während man in Deutschland wiederverwendbare Plastiktüten im Supermarkt abschafft, wird in Brasilien alles, aber auch wirklich alles in kleinste, dünne Plastiktütchen eingepakt, die anschließend "vom Winde verweht" die Landschaft verschandeln. Oder der Müll fließt über offene, stinkende Abwasserkanäle durch die Stadt ins Meer. Das sieht dann so aus:

Das Dunkle ist übrigens die Hinterlassenschaft von Millionen von Haushalten. Es gibt keine Kläranlagen. Alle Toiletten- und sonstige Abwässer fliessen direkt ins Meer. Man badet praktisch in seiner eigenen Sch...

Daher kann man die Aktion des Heimes 102 nur begrüssen.

Auch für unseren, vor einem halben Jahr angeschafften, Wachhund des Heimes war es ein besonderer Tag: Er durfte endlich mal baden:

2017-11- 20 In eigener Sache - Neue Administration in Brasilien

Manchmal erhalten Paten einen Brief von unserem Büro in Limburg der berichtet, dass ihr Patenkind mitsamt der Familie aus der Region unserer Heime weg gezogen ist . Oftmals versuchen die Familien in São Paulo ein neues Leben aufzubauen.

 

Nun hat es auch uns selbst so getroffen, denn unsere Maria das Graças (genannt "Jaidete") will nun ebenfalls in São Paulo ein anderes Leben aufbauen.

Ihr Mann arbeitet dort bereits einige Zeit und so hat sie zum Ende des Jahres gekündigt, um mit Sohn, Tochter und dann auch wieder mit dem Ehemann ein neues, gemeinsames Familienleben zu starten.

Jaidete (in Gelb) bei einem Besuch des Heimes 127 in Santa Cruz da BaixaVerde-PE imOktober 2017

 

Jaidete arbeitete seit vielen Jahren als Administratorin für alle Heime in Brasilien. Sie kümmerte sich um die Arbeitsverträge, die Gehälter, die Urlaubstage, bezahlte die Strom-,Telefon- und Wasserrechnungen aller Heime sowie die Supermärkte in denen die Mütter einkaufen und nicht zuletzt war sie in Brasilien damit betraut bei der Banco do Brasil die aus Deutschland geschickten Spendengelder umzutauschen. Viele Stunden verbrachte sie auch wartend in diversen Cartórios (Notariaten) um Dokumente zu registrieren.

Jaidete hat ein kleines Notizbuch das Gold wert ist, denn darin befinden sich alle wichtigen Kontakte und Telefonnummern, vom Pedreiro (Maurer) bis hin zu Steuerberater und Anwalt. Mit diesem Buch machte Sie unmögliches möglich.

Herzlichen Dank Jaidete für viele Jahre wunderbar funktionierende Zusammenarbeit und von Herzen alles Gute!

 

Ab Dezember übernimmt nun unsere neue Administratorin die Aufgaben von Jaidete: Sra. Taís.

 Taís bei der Vorbereitung einer Versammlung mit den Jugendlichen Patenkindern des Heimes 110

 

Taís ist seit mehreren Jahren die Heimleiterin des Hauses in Olinda-PE. Sie hatte bereits einige Wochen parallel mit Jaidete zusammengearbeitet, denn ich wollte schon vor einigen Monaten eine Urlaubsvertretung aufbauen.

Taís wurde wegen ihrer intelligenten und zuverlässigen Arbeitsweise schon im Alter von 20 Jahren die Leiterin des Hauses in Olinda. Nun wird sie mit 25 die große Verantwortung der Administração übernehmen.

Viel Glück und alles Gute, Sra. Taís.

2017-11-12 verschiedenen Heime - Thema Zähne

Nach einem Auftritt unserer "Banda" bekam ich im September auch vom beteiligten Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PE viele Fotos. Mir fiel beim Betrachten auf, dass Maria de Lourdes, 14 Jahre alt, immer nur mit geschlossenem Mund lächelte. Nur auf einem einzigen Bild zeigt Sie ihre Zähne. Da sah ich, sie hat vorne schief nach innen stehende Schneidezähne mit einer deutlich sichtbaren Lücke dazwischen. Ich dachte mir, dass ist für ein junges Mädchen bestimmt nicht angenehm und organisierte die nötigen finanziellen Mittel, um ihr eine korrigierende Spange zu ermöglichen.

Tja, und dann kam der Schock: Es mussten praktisch sofort 8 Zähne gezogen werden, die nicht mehr zu retten gewesen sind. Total verfault. Das Mädchen hatte seit Monaten, wenn nicht Jahren Zahnschmerzen. Auch der restliche Zahnstatus zeigte kein erfreuliches Bild. Die Zahnärzte versuchen nun zu retten, was noch zu retten ist. Die Kosten liegen sicher über 1000€...

Wie kann das sein? Die Mitarbeiterinnen von Rette ein Kinderleben e.V. überprüfen grundsätzlich bei Hausbesuchen, ob Zahnbürsten und Zahnpasta vorhanden sind. Dies wird schon seit über 20 Jahren so gehandhabt. Aber sie haben natürlich keine Möglichkeit zu überprüfen, ob diese auch wirklich benutzt werden.

Beim Besuch eines Paten aus Berlin im November 2017 besuchten wir sein Patenkind in Araçoiaba (Heim 112) und machten viele Fotos der Familie. Auf einem Foto lächelte dann auch die Mutter des Kindes:

Ich habe nun angeordnet, dass die Aufklärung über Zähne und Zähneputzen intensiviert wird. In unseren Heimen mit internen Kindern gab es mittlerweile Besuche von Zahnärzten, die den Kindern erneut Wissen vermittelt haben, gezeigt haben, was passieren kann, wenn man die Zähne nicht richtig putzt und jedem einzelnen Kind individuell nochmal erklärt haben, wie Zahnpflege funktioniert.

Bei allen kommenden Versammlungen der Mütter, die Ihren monatlichen Einkaufscoupom abholen, wird dieses Thema nun erneut angesprochen. In Zusammenarbeit mit den Supermärkten, in denen die Mütter regelmäßig einkaufen, wurden Zahnbürsten und Zahnpasta für jede Familie und jedes ihrer Mitglieder organisiert.

Maria de Lourdes war ein Weckruf, um erneut das Thema Zahnpflege aufzugreifen. Ich möchte betonen, dass der überwiegende Teil der Kinder gute, gepflegte Zähne hat. In unseren Heimen mit internen Kindern wird von den Mitarbeiterinnen streng darauf geachtet, dass sich jedes Kind regelmäßig die Zähne putzt. Dieses Bewustsein wollte ich auch in den Familien stärken, in denen die Kinder vielleicht von den Eltern her nicht so oft an das Putzen erinnert werden, damit wir nie wieder einem 14 jährigen Mädchen, das bald ihren ersten Freund küssen möchte, 8 Zähne ziehen lassen müssen.

 

Auch die 6jährige Tainara bekam ihr neues Zahnpflegeset. Leider hatte Tainara aber Ende Oktober ihren Paten verloren. Sie hofft, dass sie bald wieder Hilfe von Rette ein Kinderleben und damit regelmäßiges Essen zu Hause bekommen kann.

2017-10-10 Administration und Heim101 - Hausputz

Ab und zu muss man mal vor der eigenen Haustür kehren. In unserem Fall war die Aussenansicht unserer Zentrale in Jaboatão dos Guararapes-PE ein wenig "pflegebedürftig".

Die Farbe der Mauer musste mal wieder aufgefrischt werden. Die starke Sonne hatte hier ganze Arbeit geleistet. Da Bauwerke im Nordosten von Brasilien aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit auch immer wieder gerne anfangen "untenherum" zu schimmeln haben wir diesmal einen kleinen "Fuß" unten an der Mauer angebracht.

Nachdem die Seite links neben dem Eingangstor fast fertig war kam die goldene Sonne hervor und so sieht es nun deutlich schöner aus als zuvor:

Unser Bürohaus hinter der Mauer muss noch eine Weile auf einen neuen Anstrich warten. Jetzt wird von uns aber noch das wild wachsende "Grünzeug" an der Bordsteinkante entfernt.

 

Eine ganz andere Art von Hausputz findet derzeit in unserem Heim 101 in Triunfo-PE statt. Nachdem wir Ende 2015 das Haus ja verlassen mussten, weil es Risse in Decken und Wänden gab, wurde im Rahmen der Restaurierung 2016 eine Betondecke gegossen um eine weitere, 2. Etage zu erhalten. Dies alles stand dort nun über 1 Jahr im Rohbau, da uns nicht genug Sonderspenden zur Verfügung standen, die wir für unsere Infrastruktur verwenden konnten. Nun gab es immer wieder Vögel, Katzen und alles mögliche mit mehr als 4 Beinen dort oben. Um diese ungebetenen Gäste fern zu halten haben wir nun zumindest Fenster eingesetzt und auch gleich die Wand verputzt. In Kürze wird diese Seite hellgrün gestrichen.  

Man beachte die "schwebende" Konstruktion, auf der der Pedreiro (Bauarbeiter) steht.

Einige Tage später sah es schon richtig schön aus:

2017-10-03 Weihnachtsspende

Als ich Ende September bei ALDI einkaufen war konnte ich es kaum fassen: Alle Mandelspekulatius waren schon ausverkauft. Und das 3 Monate vor Weihnachten.

Hätte ich bloß früher daran gedacht welche zu kaufen…

So oder ähnlich geht es vielen Paten, die Ihren Patenkindern zu Weihnachten ein kleines Geschenk in Form einer Sonderspende machen möchten. Plötzlich ist Silvester und man hatte vollkommen vergessen an die Sonderspende zu denken.

 

Daher hier eine wichtige Information:

 

Sonderspenden, die das Patenkind noch zu Weihnachten erreichen sollen, müssen bis ENDE NOVEMBER bei uns eingegangen sein.

 

Wer also erst im Dezember daran denkt zu spenden muss damit leben, dass dieses Sonderspende frühestens im Januar weitergegeben werden kann.
Das liegt daran, dass der Geldumtausch in Brasilien in aller Regel 2-3 Wochen dauert.


Auf unserer Webseite gibt es die Möglichkeit online zu spenden.
Es stehen 3 Varianten zur Verfügung: SEPA-Lastschrift, SOFORT oder PayPal. Bitte möglichst immer die Spender- oder die Kindernummer mit angeben.

 

Danke!

2017-09-21 Heim 112 - CSP Keylla Thaisa

Ich möchte hier am Beispiel der kleinen, 7 Monate alten Keylla Thaisa aufzeigen, wie Rette ein Kinderleben e.V. im Rahmen unseres Projektes CSP auch Familien hilft, für die wir keinen Paten finden.

 

Vor einigen Wochen kam die auch noch sehr junge und verzweifelte Mutter mit der kleinen Keylla Thaisa zu unserem Heim 112 in Araçoiaba-PE und bat um Hilfe.

Die Mutter lebt mit dem Kind allein, der Vater des Kindes hat sich aus dem Staub gemacht. 

Die Wohnung sieht ausgesprochen aufgeräumt aus. Ein lobenswertes Beispiel. Die ganze Hütte besteht aber leider nur aus Holz, Lehm und einer gewagten Konstruktion, die sich Dach nennt.

Die Mutter hat kein eigenes Einkommen. Welche Chance hat die kleine Keylla Thaisa. Natürlich kann man lange über Verhütung, Verantwortungsbewustsein u.ä. diskutieren. Aber davon wird Keylla Thaisa nicht satt. Da ist sie und möchte auch gerne spielen und später in die Schule gehen.

So sieht übrigens die Toilette der Familie aus:

Das hier ist das Badezimmer:

Die Nachbarn haben es besser. Die Wohnen in gemauerten Häusern. Die müssen sich auch keine Sorgen machen, dass Nachts die Raubwanze "Triatoma infestans" aus dem Lehm der Wände kriecht und die lebensgefährliche Chagas-Krankheit überträgt.

Aber Keylla Thaisa und Ihre Mutter haben kein Geld für Ziegelsteine und schon gar nicht für einen "Pedreiro" (Bauarbeiter).

Keylla Thaisa bekommt von Rette ein Kinderleben e.V. einen halben Einkaufscoupon für Lebensmittel geschenkt.

Sie ist ein CSP, ein "Criança sem Padrinho", ein Kind ohne Paten. Wir finanzieren solche Hilfe durch allgemeine Spenden an unseren Verein.

Das Projekt CSP läuft nun schon gut 2 Jahre und wir helfen auf diese Weise rund 180 Familien. Die Spendenlage ist jahreszeitlich gesehen sehr unterschiedlich. Fast hätten wir diesen 180 Familien schon sagen müssen, dass wir ihnen nichts mehr geben können, dass Sie bald nichts mehr zu Essen haben. Einem Benefizkonzert der Firma Betten Günther und einer Erbschaft, die Rette ein Kinderleben e.V. in diesem Jahr erhielt, ist es zu verdanken, dass dieses Projekt noch einige Wochen aufrecht erhalten werden kann.

 

Mit einem eigenen, persönlichen Paten hingegen würde sich die Situation von Keylla Thaisa natürlich immens verbessern. Sie würde dann einen ganzen Einkaufscoupon erhalten und erfahrungsgemäß spendet der Pate ab und zu ein wenig Extra in Form einer Sonderspende, was man direkt zur Verbesserung der Wohnsituation verwenden würde.

 

Auf unserer Webseite kann man Pate werden oder auch nur einen einmaligen Betrag spenden. Beides hilft uns weiter kleinen, notleidenden Kindern wie Keylla Thaisa eine Zukunft ohne Hunger zu ermöglichen.

 

Bitte helfen Sie uns!

 

P.S.
Auch wenn Keylla Thaisa bald einen Paten finden sollte, so werde ich dieses Beispiel unverändert hier weiter zeigen, da es exemplarisch für all die Kinder steht, die auf Hilfe von uns hoffen. Genauer gesagt: Neben den 180 CSP stehen noch 260 registrierte Kinder ohne jegliche Hilfe auf unserer Warteliste...

2017-09-10 In eigener Sache - Wir trauern um Norbert Storch

Plötzlich und unerwartet verstarb am 10.09.2017 im Alter von 69 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit unser langjähriger 2. Vorsitzender, Herr Norbert Storch.

Norbert Storch war Mitgründer von Rette ein Kinderleben e.V. und sein halbes Leben lang dessen 2. Vorsitzender.

 

In seinem Heimatort Charlottenberg war er sowohl im Sportverein, der feiwilligen Feuerwehr wie auch im Ortsbeirat vertreten. Erst vor kurzem wurde er vom Landrat für seine vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten geehrt. Wie sehr sich Norbert für Andere einsetzte sieht man auch daran, dass er über 50 mal Blut spendete.

 

Zuletzt besuchte er Brasilien im Jahr 2014. Erst vor 2 Wochen, bei der Jahresmitgliederversammlung, sprachen wir noch über seine nächste Reise, die für den November 2017 schon gebucht war.

Plötzlich ging alles ganz schnell: Ein kurzer Krankenhausaufenthalt und innerhalb weniger Tage verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide.

 

Der Vorstand, die Mitglieder und Mitarbeiter von Rette ein Kinderleben werden seiner besonderen und freundlichen Art in würdevoller Erinnerung gedenken.

 

Die Beisetzung der Urne fand am 16.09.2017 unter großer Anteilnahme auf dem Dorffriedhof von Charlottenberg statt.

 

Nachtrag:

Unsere Zentrale im Nordosten von Brasilien in der Stadt Jaboatão dos Guararapes-PE wurde nun umbenannt in "Casa Norbert".

 

2017-09-04 Heime 101, 126 und 127 - Heimlich, still und LAUT: Banda Fanfarra

Im Frühjahr 2016 hatten wir im Raum Triunfo heimlich, still und leise ein Projekt gestartet, damit Patenkinder ein neues und zusätzliches Freizeitangebot erhalten. Seit Jahren schon lag mir die Heimleiterin Sandra in den Ohren, dass wir eine "Banda Fanfarra", eine Musikgruppe bräuchten. Und ich antwortete stets, dass wir dafür kein Geld übrig hätten.

Nun gibt es immer wieder mal besondere Spendenanlässe wie Geburtstage, Todesfälle, ein Benefizkonzert, eine Firmentombola u.a. bei denen unerwartetes Geld in die Kasse kommt. Nachdem ein Großteil dieses Geldes für unser Projekt "CSP - Crianças Sem Padrinho" (*) verwendet wird, bleibt anschließend auch meist ein wenig übrig, um Musik zu machen. Über die Monate wurden mehrere Trommeln und Rhythmusinstrumente angeschafft. Im Sommer 2016 hatten wir schon diesen Stand erreicht:

Die Kinder lernten was Takt und Rhythmus bedeutet und fingen nach einigen Monaten auch an in Formation zu marschieren. Rechts im Bild der "Professor", dessen Gehalt die Stadt Triunfo für uns übernommen hat.

Während dies hier Kinder der Heime 101 und 126 au Triunfo sind hatte ich gewünscht, dass auch die Kinder aus dem ca. 7km entfernt liegenden Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PB mit beteiligt werden.

 

Der "Professor" (was im Deutschen schlicht: Lehrer bedeutet) hatte für 127 die Idee, dort die Blasinstrumente anzusiedeln. Und bevor jemand auch nur von Trompete oder Tuba träumen konnte, musste zunächst auch hier ein Gefühl für Musik und gemeinsames Spielen geschaffen werden... mit Blockflöten:

Nach vielen Wochen konnten dann erstmals beide Gruppen aus 3 Heimen zusammen die Proben aufnehmen. Die Blockflöten dienen, wie gesagt, nur dem Einstieg in die Materie.

 

Nun fehlte leider noch etwas sehr wichtiges für die Kinder, fast noch wichtiger als die Instrumente: Die "Fardas" (Uniformen)

Diesmal habe ich den Heimen absolut freie Hand bei der Gestaltung gelassen, denn eine Banda Fanfarra ist ja schließlich etwas ziemlich typisch Brasilianisches.

So sehen die neuen Uniformen nun aus:

Schwarz, Rot, Gold. Ich werde mich auch weiterhin nicht einmischen, denn die Kinder haben in einem langen, demokratischen Prozess darüber diskutiert und abgestimmt...auch wenn diese zitronengelbe Hose etwas ins Auge sticht...

Diesmal stammte das erforderliche Geld aus einer Erbschaft. Es reichte aber bislang noch nicht für die Blasinstrumente

Die Kinder würden sich sehr freuen , wenn Sie eine Sonderspende zum Thema "Banda Fanfarra" schicken würden. Über unseren Menüpunt "Direkt Spenden" geht das übrigens ganz schnell...

 

Am 07.09., dem "Dia de Independência" (Unabhängigkeitstag) feiert ganz Brasilien. In diesem Jahr hatte unsere neue Banda Fanfarra ihren ersten offiziellen Auftritt. Hier einige Eindrücke aus Triunfo:

Die Aufstellung vor unserem Heim 101 "Casa Margot und Theo Menzner" in Triunfo im Bundesstaat Pernambuco.

Anschließend ging es Richtung Stadtzentrum.

Leider begann es mittendrin heftig zu regnen.

35 Jahre ReK in Brasilien ist noch ein bisschen Voreilig. Aber im nächsten Jahr will man dieses Banner ja auch noch benutzen.

Vor dem Theater der Stadt begann dann die Aufführung unter Anteilnahme vieler Zuschauer. Die Heimleiterin Sandra berichtet, dass Anschließend viele Zugaben gefordert wurden und viele andere Mädchen auch gerne bei unserer Banda mitmachen würden.

Und: Die Kinder wollten die Uniformen gar nicht mehr ausziehen...

 


 

(*) Erklärung CSP:

Viele Familien fragen jede Woche an den Türen unserer Heime, ob auch sie Hilfe aus Deutschland erhalten können. Leider haben wir nicht genügend neue Paten für alle diese hilfesuchenden Familien.

Daher habe ich vor über 2 Jahren das Projekt CSP gegründet, bei dem auch Kinder ohne einen Paten durch die allgemeinen Spenden an Rette ein Kinderleben e.V. Hilfe erhalten können.

Diese CSP Familien erhalten allerdings nur einen halben Einkaufscoupon, der aber immer noch besser als Hunger ist.

Derzeit unterstützen wir 180 CSP Familien aus dem Topf der Sonderspenden. Weitere 250 Familien, die bei uns schon mit Foto registriert sind, können wir leider noch nicht unterstützen, da die Sonderspenden leider nicht dafür reichen würden.

2017-09-05 Heim102 - Neuer Versammlungsort fast fertig

Nach dem Brandanschlag auf unser Heim 102 in Igaci-AL vor einigen Monaten hatten wir einiges zu renovieren. Natürlich wurde die Mauer zum Nachbargrundstück, über die damals der Täter kletterte, deutlich erhöht. Außerdem wurde der ehemalige "Galpão" (ein überdachter Teil mit Stützen an den Ecken) nicht wieder aufgebaut, sondern durch eine andere, schräge Dachkonstruktion spürbar vergrößert.

Hier das derzeitige Zwischenergebnis:

Rechts die ehemals nur ca. 2m hohe Mauer. Kacheln in den deutschen Farben an den Wänden und darüber eine hellgrüne Innenfarbe. Praktisch die gleiche Variante wie schon im Heim 122. Oben haben wir nun 7 große LED Lampen angebracht. Lediglich der Fußboden muss noch warten, denn erst wenn wieder ausreichend Geld "übrig" ist,können wir auch da neue Fliesen verlegen.

Die Mütter, die in diesem Raum ihre monatlichen Einkaufscoupons erhalten sind jedenfalls begeistert von der neuen Gestaltung.

Und auch die Kinder freuen sich, während sie hier zusammen mit der Assistentin Edneide Nachhilfeunterricht in Mathematik haben.

2017-09-01 Heim 125 - Wand, Palme und Portrait

Im Heim 125 in Princesa Isabel im Bundesstaat Paraíba war es nötig die hintere Seite des Heimes ein wenig zu verändern.

Zum Einen hatte das Heim ein bislang in Recife beheimatetes Auto von Rette ein Kinderleben e.V. "geerbt". Das sollte nicht ungeschützt auf der Straße parken, sondern die seit Jahrzehnten ungenutzte Einfahrt an der Rückseite des Heimes nutzen.

Dieses Auto war schon "gut gebraucht" als wir es damals kauften. Es wird aber vor Ort dringend benötigt, weil das Heim einen Umkreis von rund 100km betreut und die Fahrt mit "öffentlichen" Verkehrsmitteln teilweise Stunden dauert und auch Übernachtungen in anderen Orten nötig machte.

Zum Anderen werden in allen Heimen die schützenden Mauern erhöht. Während die Vorderseite schon einige Monate fertig und schön ist, tristete die andere Ecke des Heimes einen Dornrößchenschlaf.

Nun gab es aber ein im wahrsten Sinne des Wortes großes Problem: Eine wunderschöne Palme. Diese Palme sieht exakt so aus, wie man sich eine Palme eben vorstellt. Leider kommt zu dieser Schönheit auch die Gefahr: Kokosnüsse. Das ist praktisch "Munition", die das geparkte Auto erheblich beschädigen könnte.

Natürlich hätte man diese Palme entfernen können. Aber, und ich bitte um Entschuldigung, diese Palme ist einfach zu schön um sie herauszureißen.

Also wurde mit der Heimleitung besprochen, die Einfahrt auf die andere Seite der Mauer zu verlegen.Ein paar kräftige Hände und schon sah es so aus. Mauer erhöht, alte Zugänge verschlossen und eine neue Einfahrt auf der linken Seite.

Wie sollte diese neue Wand nun gestrichen werden. Seit einigen Monaten haben wir mit den Mitarbeitern in Brasilien zusammen definiert, dass Außenmauern Dunkelblau gestrichen werden, während es in den Heimen eher Hellgrün sein soll. Dazu kommt jeweils der dezente Hinweis, dass wir eine deutsche Hilfsorganisation sind in Form der Farben der deutschen Flagge.

Außerdem wollte ich gerne, dass man auch weiß wer "Princesa Isabel" eigentlich war. Zum Einen war sie 3 Mal die brasilianische Königin, bis nach ihr die Monarchie in Brasilien endete.

Zum Anderen hatte sie 2 sehr wichtige Gesetze erlassen, wie auch das zur Abschaffung der Sklaverei in Brasilien. Darauf sollte Bezug genommen werden.

Leider hatte der Airbrush-Künstler zu der Zeit eine persönliche Krise und kam mehrfach nicht, um die Mauer zu bemalen. Und als er dann kam um die vereinbarten Portraits der Princesa Isabel zu malen, war das Ergebnis leider absolut nicht sehenswert. Mein erster Gedanke war: Wer ist denn dieser Mann auf dem Bild. Eine Ähnlichkeit mit den in Wikipedia veröffentlichten Bildern war praktisch nicht vorhanden. Daraufhin haben wir einen anderen Maler gebeten, die Portraits mit den Wappen der Stadt und des Bundesstaates zu übermalen:Die Mauer, und damit die Sicherheit, ist erhöht, das Auto kann nun wunderbar hinter dem elektrischen Schiebetor parken und die Palme kann ungestört weiter mit schweren und harten Kokosnüssen um sich werfen...

2017-05-21 Heim 122 - Frisch gestrichen

In unserem Heim 122 in Jaqueira-PE wurde in den letzten Wochen die innere Mauer mit Kacheln verkleidet und neu gestrichen.

Die Kinder freuen sich, dass es dort nun so schön aussieht: Leider mussten die Arbeiten über viele Wochen "gestreckt" werden, da die Sonderspendenlage im Frühjahr sehr "ruhig" ist. Nun ist das Werk aber vollbracht.

 

Jetzt müssen nur die Mitarbeiterinnen noch ein wenig warten, bis wieder genug Spenden zusammen kommen, um auch ihr schimmelndes Wohnhaus zu reparieren. Man erkennt auf dem Bild noch links wo das Hochwasser 2010 stand... Bis über die Fensterunterkante...  Für die Renovierung dieser Hauswände erbitten wir höflichst Ihre Spenden.

2017-04-04 Heim102 - Oben ohne

Derzeit sieht es in unserem Heim 102 in Igaci-AL etwas ungewohnt aus:

Nach einem Brandanschlag vor einigen Tagen mussten wir das Dach des Versammlungsplatzes, wo die Mütter üblicherweise ihre monatlichen Einkaufscoupons erhalten, komplett abreissen.

Jemand war mitten in der Nacht über eine Mauer geklettert, hatte die Tür, die oben im Bild nur noch zu erahnen ist, aufgebrochen, einen Stuhl an einen Schrank gestellt und darauf Feuer gelegt. Das Feuer griff auf das Dach über.

Nur dem Hund des Nachbarn ist zu verdanken, dass jemand das Feuer des am Wochenende leer stehenden Hauses bemerkte. 5 Nachbarn löschten den Brand dann, in dem sie aus Ihren Häusern Wassereimer schleppten. Eine Feuerwehr gibt es vor Ort natürlich nicht...

Als erste Maßnahme haben wir, wie schon in anderen Häusern, die Mauer erhöht.

Diese Sicherheitsmaßnahme ist aufgrund der gestiegenen Gewalt im Nordosten von Brasilien dringend nötig. In den Häusern 103, 109, 122 und 125 sind die Mauern nun schon ca. 3m hoch gewachsen. In den Häusern 112, 126 und jetzt eben 102 waren die Erhöhungen schon für die nächsten Wochen geplant.

Feuerlöscher hatten wir vor Monaten schon für die Heime im Großraum Recife gekauft. Jetzt haben auch alle anderen Heime zwischen 2 und 4 Feuerlöscher erhalten.

Bester Schutz gegen Einbrecher sind eigentlich Hunde, die Nachts frei auf dem Gelände laufen können. 2 davon hatten wir im Heim 109. Die wurden beide vergiftet... Das war eigentlich der Auslöser, für die höheren Mauern... Nun also auch noch als Brandschutz...

2017-03-30 Heim 126 - Über unser Heim

Unser Heim 126 ist benannt nach Katja Barth, die diese Welt leider viel zu früh verlassen musste. Ihre Eltern spendeten Rette ein Kinderleben e.V. das Haus, welches im Gedenken an ihre Tochter "Casa Katja" heißt.

Im Heim 126 werden Mädchen betreut und versorgt, die weit entfernt von der nächsten Schule wohnen. Statt dass Sie täglich einen stundenlangen Fußmarsch bewältigen müssen, können Sie so ausgeruht von unserem Heim  zur Schule gehen.

Im Laufe des letzten Jahres wurden in mehreren Etappen alle Matratzen gegen Neue ausgetauscht. Auch 3 neue Ventilatoren gab es für die Schlafsäle.

Alle Fenster haben Mückenschutzgitter erhalten. Nicht zu vergessen: Das Heim bekam auch eine Waschmaschine, eine Musikanlage und einen 32" Fernseher mit digitaler Satellitenanlage!

 

Nachmittags stehen die Hausaufgaben auf dem Programm. Im Einzelfall leistet unsere Assistentin Maria do Carmo auch Nachhilfeunterricht.

Aber auch der Spaß kommt nicht zu kurz:

Für das leibliche Wohl sorgt unsere Köchin Nildete. Seit kurzem zusätzlich mit neuem Grill und Mikrowelle.

2017-02-23 Heim 109 - Einmalige "ENEM"-Freude

Zum ersten Mal in der langen Geschichte unseres Heimes 109 in Jaboatão dos Guararapes-PE hat ein Patenkind die Aufnahmeprüfung zur Universität bestanden!

Lais Maria Muniz hat im Alter von 17 Jahren nicht nur den Schulabschluß "Ensino Médio" bestanden; in der ENEM(*)-Prüfung erzielte Sie so gute Noten, dass Sie nun an der Universidade Federal de Pernambuco (UPE) das Fach Naturwissenschaften studieren darf.

Die Heimleiterin Sra. Adriele bezeichnet Lais als "Vorzeigepatenkind". Immer gute Manieren, immer gut gelaunt, stets aufmerksam und in der Schule niemals auch nur die geringsten Probleme. Gerade in den Favelas rund um unser Heim 109 ist Lais eine herausragende und wunderbare Ausnahme.

Die große Freude teilt mit Ihr und uns auch Ihre langjährige Patin in Hankock, NH - USA, die Lais schon seit 12 Jahren regelmäßig unterstützt.


* ENEM = Exame Nacional do Ensino Médio
Die weltweit zweitgrößte Schulabschlußprüfung, die gleichzeitig in allen brasilianischen Bundesstaaten zur selben Uhrzeit im November eines jeden Jahres stattfindet.

2017-02-12 Heim 127 - Wasserspaß und Trockenheit

Es hatte zum ersten Mal seit vielen Monaten kurz geregnet. Ich dachte mir, dass man mit dem aufgefangenen Regenwasser auch ein wenig Spaß haben könnte. Zunächst wolte ich kleine Wasserpistolen kaufen, aber das war im Umkreis von 30km unmöglich. In Serra Talhada-PE, im allerletzten Laden, bevor ich mein Vorhaben aufgeben wollte, gab es dann doch noch diese "Wasserpumpen".

Die Kinder hatten einen riesen Spaß sich gegenseitig nass zu machen...


Grundsätzlich ist die Wassersituation präkär. In Princesa Isabel-PB gibt es seit über 2 Jahren schon kein Wasser mehr aus der Leitung. Arme Familien müssen mitlerweile Wasser aus Tümpeln trinken, in welchen man hier nicht mal einen Finger stecken würde. Einige Städte versorgen die Bürger über "Wasser-LKW" ("PIPA") und große Wassertanks mit relativ sauberem Wasser:

In Princesa Isabel-PB, wo der letzte Bürgermeister wegen Korruption verhaftet wurde, funktioniert aber auch das nicht...

Die wichtigsten Flüsse sind ausgetrocknet. Hier der Rio Pajeú, ein "Fluß" der normalerweise vor der Stadt Flore-PE floß. Früher bis hoch zu den Betonteilen. Er ist lebenswichtig für das gesamte Ökosystem in der trockenen, steppenähnlichen "Sertão", doch nun liegen 350km Flußlauf trocken. Damit versiegen auch praktisch alle Quellen im Umkreis.

In der Stadt União dos Palmares-AL hatte im Jahr 2010 der reißende Fluß nach starken Regenfällen die halbe Stadt mit sich gerissen und vielen Familien die Häuser geraubt. So sieht dieser Fluß heute aus:

Auch die Quelle, die unser Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PE versorgte ist auch trocken. Dadurch lief auch unsere Wasserpumpe heiß und ist nun nur noch Schrott. Auch dort müssen wir nun Wasser per LKW anliefern lassen. Obwohl als "Trinkwasser" deklariert, kommt es doch oft aus unsauberen Wasserstellen. Die Heimleiterin berichtete mir, dass 2000l frisch angeliefertes Wasser am nächsten Tag plötzlich grün wurde.

2016-06-09 Man should it not for possible hold...

Als der damaligen Moderator Werner Reinke (*) diesen Spruch vor rund 40 Jahren in seiner Radiosendung brachte, bin ich vor Lachen fast vom Sofa gefallen...

Die wörtliche Übersetzung von "Man soll es nicht für möglich halten", die aber im Englischen überhaupt keinen Sinn ergibt...

Nun passiert im Moment etwas ähnliches: Paten, die kein Wort portugiesisch sprechen versuchen durch Online-Übersetzungsprogramme wie z.B. Google-Translator deutsche Briefe an ihr Patenkind ins Portugiesische übersetzen zu lassen.

 

Bitte, bitte: Tun Sie das dem Patenkind nicht an.
Portugiesisch in Brasilien ist etwas anderes als Portugiesisch in Portugal.
Sie können nicht wissen, welche Version von Portugiesisch das Übersetzungsprogramm benutzt?

Die Sprache, die im Nordosten von Brasilien gesprochen wird, basiert zwar auf dem Portugiesisch der Eroberer ab dem Jahr 1500, aber es haben sich so viele Eigenheiten ausgebildet, dass man mit einem computerbasiertem Übersetzer garantiert ins Fettnäpfchen tritt.

 

Nur ein Beispiel: Das Wort "Boceta" beschreibt in Portugal eine kleine Handtasche oder Kiste, wie z.B. in "A boceta da pandora".

In Brasilien hingegen beschreibt man mit "Boceta" das weibliche Geschlechtsteil...

Sowas kann enorm peinlich weden!

 

Als Pate ist der Übersetzungsservice durch Rette ein Kinderleben e.V. für Sie natürlich kostenlos. Wir arbeiten in Brasilien mit mehreren Deutschen Auswanderern zusammen, die Ihre Briefe liebend gerne und schnell übersetzen. So können Sie sicher sein, dass auch wirklich das in Brasilien ankommt, was Sie sagen wollten.

Seit es möglich ist Briefe über unsere Webseite www.simja.org im Menü PATENPOST an das Patenkind abzuschicken, steht die Übersetzung oft schon nach wenigen Stunden bereit.

 

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Werner Reinke moderierte in den 70er und 80er Jahren im Hessischen Rundfunk die wohl beliebtesten Sendungen "Hitparade International" und "Mittagsdiskotheke". Seine markannte Stimme erkennt man unter Millionen...
my lovely mr. singing club...